Gläserne Wappenscheibe mit dem Wappen von „Dr. Andreas Burkardt, Advocat und Repräsentant 1786-1830“ an einem Fenster des Vorraumes des alten Rathauses in Rottweil.

Foto: Gerald P. Mager, Stadtarchiv Rottweil

Dr. Andreas Burkardt, Landtagsabgeordneter

 

Andreas Burkardt  (1786 – 1830), Sohn eines Rottweiler Metzgermeisters, studierte Rechtswissenschaften, promovierte zum Dr. jur. und betrieb eine Rechtsanwaltskanzlei, bis er 1819 in den ersten Landtag („Landstände“) des jungen Königreichs Württemberg gewählt wurde. Als Vertreter des Oberamts Rottweil in der Zweiten Kammer gehörte er zum linksliberalen Flügel und kooperierte eng mit dessen Wortführer Ludwig Uhland. Sein besonderes politisches Augenmerk galt einer schlanken Staatsverwaltung und niedrigen Steuerbelastung für die Bürger. Obendrein machte er sich einen Namen bei der politischen Unterstützung für seinen Landtagskollegen Friedrich List, Nationalökonom von Reutlingen, der sich für die Demokratisierung der kommunalen Selbstverwaltung eingesetzt hatte.

Bedeutsam für Rottweil wurde Burkardts erfolgreiches Engagement bei der württembergischen Staatsregierung um die Rückerstattung des konfiszierten städtischen Waldbesitzes und die staatliche Garantie zur Übernahme eines Teils der kommunalen Schuldenlast der ehemaligen Reichsstadt. Eine Straße in „Hinterprediger“ wurde nach dem verdienstvollen Mitbürger benannt.

Wolfgang Vater